Humanitäre Katastrophe zeichnet sich in Tripolis ab

In der libyschen Hauptstadt Tripolis zeichnet sich eine humanitäre Krise ab. Seit dem Sturz des langjährigen Herrschers Muammar al-Gaddafi werden Medizin, Treibstoff, Nahrung, Wasser und Strom knapp, außerdem wachsen Müllberge ins Unermeßliche.

Eine Familie auf der Flucht mit Hab und Gut. Die Zustände in Tripolis werden immer dramatischer. (Foto: ddp images/AP)

Eine Familie auf der Flucht mit Hab und Gut. Die Zustände in Tripolis werden immer dramatischer. (Foto: ddp images/AP)

Neben den katastrophalen humanitären Zuständen wird außerdem von der Entdeckung neuer Leichen berichtet, die während der Schlacht um die libysche Hauptstadt getötet wurden. So seien etwa die Überreste von rund 50 Personen in der Nähe eines ehemaligen Militärstützpunktes des Gaddafi-Regimes entdeckt worden.

In Anerkennung der humanitären Krise in Libyen hat die Arabische Liga alle Länder dieser Erde dazu aufgerufen, die libyschen Vermögenswerte freizugeben, damit die neuen libyschen Behörden der Bevölkerung helfen können. Die Arabische Liga hat die Vereinten Nationen zudem darum angehalten, der politischen Organisation der libyschen Rebellen, dem Nationalen Übergangsrat, zu erlauben, den Sitz Libyens bei den Vereinten Nationen zu besetzen.

Auch der libysche Rebellenführer Mustafa Abdel Jalil ersucht um humanitäre Soforthilfe für die Hauptstadt Tripolis. Anlässlich einer Pressekonferenz in Benghazi sagte der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrats: “Wir wenden uns an alle humanitären Organisationen, um ihnen zu sagen, dass Tripolis Medikamente, Verbandskästen und chirurgisches Material braucht.”

Derweil konzentrieren sich Rebellen und NATO-Flugzeuge mit ihrem Beschuß dem Vernehmen nach auf Sirte, die 450 Kilometer östlich von Tripolis gelegene Heimatstadt Gaddafis, die als letzte größere Bastion von Anhängern Gaddafis gilt. Nach Berichten aus Tripolis scheint ein wenig Ruhe in die libysche Hauptstadt zurückkehren. So sei etwa das erste Mal das Freitagsgebet gefeiert worden seit der Vertreibung Gaddafis. Früher seien die Moscheen überwacht worden von der Regierung, heute seien die Gläubigen endlich in der Lage, ihre Religion frei und ohne Kontrolle zu praktizieren, berichtete ein Reporter.

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