Türkische Ladenbesitzer verteidigen Londons Straßen

In Anbetracht zunehmender Gewalt und Zerstörung haben sich hunderte türkische Männer, die im Ost-Londoner Bezirk Dalston leben, zusammengeschlossen. Gemeinsam verteidigten sie, teils nur mit abgebrochenen Billardstöcken bewaffnet, ihre Läden und Wohnhäuser vor den Randalierern.

Türkische und kurdische Anwohner schlagen die Randalierer gemeinsam in die Flucht. (Foto: zaman)

Türkische und kurdische Anwohner schlagen die Randalierer gemeinsam in die Flucht. (Foto: zaman)

Montagnacht fassten sie sich ein Herz und stellten sich den Demonstranten, die mittlerweile in der vierten Nacht in Folge für brennende Autos, zerstörte Häuser und geplünderte Läden verantwortlich sind, in den Weg.

“Sie formierten sich zu einer Barriere und drängten die Kids zurück”, erzählt Burcu Bay, die als Bedienung im “Tugra”, einem türkischen Café und Süßwarengeschäft in einer der Hauptverkehrsstraßen in Dalston arbeitet. “Es war als wenn man im Krieg wäre”, beschreibt Bay die Szenen, die sich in einem Stadtteil ereigneten, in dem hauptsächlich türkische und kurdische Migranten ein Zuhause gefunden hätten.

Seltenes Beispiel für Zusammenschluss von Anwohnern

So viel Courage besitzen offenbar nicht viele.Dass sich Bürger wie in Dalston zusammenschließen, um sich gegen die Demonstranten stellen und ihr Hab und Gut verteidigen, kann durchaus als Seltenheit betrachtet werden. Lediglich aus Tottenham gab es Berichte, wonach sich auch dort türkische Ladenbesitzer zu einer “Verteidigungseinheit” zusammengefunden hätten.

In Dalston begannen die Unruhen damit, dass sich gut 50 Jugendliche aus dem Osten dem Stadtteil näherten, einen Bus anzündeten und Fenster einer Restaurantkette, einer Bank und eines Elektronikladens einwarfen. Daraufhin kamen Dutzende Männer auf die Straße, um sie am Weitermachen zu hindern. Über den ganzen Abend schlugen sie die zahlenmäßig stark überlegenen Störenfriede in insgesamt drei Wellen zurück, um so ihre Geschäfte vor Schäden zu bewahren. Frauen und Kinder fanden derweil in nahegelegenen Cafés Zuflucht. Von dort aus konnten sie die Zusammenstöße aus sicherer Distanz mitverfolgen.

Türken kontrollieren die Lage: Polizei muss nicht einschreiten

“Wir sind wie eine Familie. Wir müssen aufeinander aufpassen”, beschreibt unterdessen ein 16-jähriger Jugendlicher das, was draußen auf der Straße geschieht. Sobald jemand den Laden eines Nachbarn angreifen würde, wären sofort sämtliche türkischen und kurdischen Männer zur Stelle, um die Angreifer in die Flucht zu schlagen, was letztlich auch funktionierte. Zwar war auch hier die Polizei anwesend. Doch es schien, als ob die Bewohner des Viertels die Lage allein unter Kontrolle gebracht hätten. Auch am Dienstag patroullierten einige Türken in den Straßen von Dalston. Und anders als in vielen anderen Teilen der Stadt haben die meisten Ladenbesitzer ihre Shops wie zum Trotz geöffnet.

Im Interview erzählt ein Ladenbesitzer, was vorgefallen war:

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Kommentare

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  1. Jenni sagt:

    So muss das sein!
    Türken und Kurden sind wenn die zusammen arbeiten ein gutes team ;-) nur die pkk leute habens noch nicht verstanden , wie auch immer.
    Ich finde es Sehr gut das die alleine (türken und Kurden) ihre viertel verteidigen.

    Daumen hoch <3

    • ga ga sagt:

      ohne die PKK würdest du das wort “Kurde” nie gehört haben und würdest bis heute denken das alles von türken erreicht wurde,so haben sich sone leute bis 1984 geirrt,dein urteilsvermögen ist also beschädigt.
      Es tut mir sehr leid um dich.

  2. Ramsch sagt:

    Vielleicht ein schöner Nebeneffekt des Ganzen dass Türken und Kurden wissen wer ihre wirklich Brüder sind.

    Interessant ist auch dass nur diese Volksgruppen sich zur Wehr setzen. Wir sind halt zäh!

    • M.Bosse sagt:

      “Interessant ist auch dass nur diese Volksgruppen sich zur Wehr setzen. ”

      Das ist natürlich Unsinn. Alle waren auf der Strasse. Nur wird auf DTN natürlich nicht über Sikhs oder autochthone Briten berichtet weil die einfach nicht zur Zielgruppe gehören.

    • Ella sagt:

      Mehr als 1Million britische Bürger haben via Facebook der Regierung ihre Unterstützung angeboten.Es scheint also eine sehr breite Öffentlichkeit bereit zu sein,sich dem Chaos entgegenzustellen.Das ist, finde ich,ein sehr beruhigendes Zeichen und ein Indiz für den Zusammenhalt in der Gesellschaft.

  3. higiasophia sagt:

    keiner kann es mit den Türken & Kurden aufnehmen!
    merkt euch das ihr Braunen Gesindel.

  4. attila timur muhammed mamatov sagt:

    Evet iste bu Allah sükürler keske türkiyemizdede bu birlik olsa insallah, Edirneden,diyarbakira kader , veyahut tüm türkdünyasinin a-sindan, z-sine kader , ayni düsünceleri,ayni kitaplari,ayni fikirleri düsünmemiz gerekir. Cünkü ben bunlari almanyada görüyüyorum yani bayerninden, Hamburgun dogusuana kader ayni düsünceleri paylasiyorlar,ayni yemekleri yiyorlar, hatt irkicilk düsüncelri bile aynidir. Eyalet degisikligi olsada, birbirlerine bazen sögerler ama gördümki bunlar hepsi bir sow(show) mus.

  5. Gaziantepli sagt:

    Leider sieht und hört man in deutschen Medien kein Wort darüber. Deutsche Medien würden aber ganz gro0ß berichten, wenn unter den Randalierern ein Paar Türken dabei wären und beschuldigen alle Türken allgemein.

    Nur hier kann ich nicht verstehen, dass man die ein Paar Kurden unter den Verteidiger gleich groß berichtet. Die Verteigiger waren fast Türken.

    • ga ga sagt:

      bei ihm stichts mal wieder,er ist einer von denen die die erfolge der kurden auch wie immer als erfolg für den türken verbucht sehen will,wie immer alles von türken geschaffen,dabei ist die ethnie”türke” drüben voll vom aussterben bedroht alles gibt es in der türkei mehr als den reinen türken.
      Das ist so als wenn man zu 10. ins kino geht und 9 leute müssen das sehen was der eine will.
      So richtet sich drüben alles nach der kleinsten minderheit dem türken,
      ich möchte wetten es gibt in der türkei mehr Koreaner oder argentinier als türjken fast.
      Aber alle müssen das machen was der türke will,
      die einzigen die sich dagegen wehren sind die Kurden,
      eine mkinderheit von angeblich 37,
      die anderen 35 tanzen nach der pfeiffe vom türken,
      keine ahnung warum das so ist sollte man mal anlysieren vielleicht haben sie kein selbstwertgefühl oder so ich weiss es nicht :-( ((

  6. Kara Mustafa sagt:

    Gute Nachricht aus England:
    Randalierer verlieren ihre Sozialwohnungen,
    Bürger bringen Gesetzesentwurf ein,dass Randalierer ihre Sozialhilfe verlieren,scheint aussichtsreich zu sein,
    1200Randalierer bisher festgenommen,hunderte verhaftet

  7. Claus-Dieter Stille sagt:

    Verständliche Reaktion, in der Sache aber sehr bedenklich, wie ich finde. Hört sich allzu sehr nach Selbstjustiz und Bürgerkrieg an.
    Das Gewaltmonopol muss beim Staat bleiben.
    Und der Staat Großbritannien muss bei Null anfangen.
    Jahrzehntlage neoliberale Politik hat nicht nur Arbeitsplätze und Jugendzentren vernichtet, sondern auch Werte.
    Die Randalierer von heute haben keine. Woher auch? Was sie tagtäglich im Trash-TV als das gezeigt bekommen, was erstrebenswert sei: Flachbildschirme und Markenklamotten – das holen sie sich jetzt auf ihre Art. Den das Geld dazu haben sie nicht. Und sie werden es – geht alles so weiter – auch niemals legal verdienen können.
    Nein, die Gewalt ist nicht gutzuheißen. Zeit über die Ursachen dafür nachzudenken. Mit Baseballschlägern und Panzern wird man die kaputte britische Gesellschaft nicht reparieren können.