Entscheidung: Bundestag erlaubt umstrittene PID

Am Donnerstag hat der Bundestag ein Gesetz zur Präimplantationsdiagnostik (PID) verabschiedet. Eltern haben im Rahmen einer künstlichen Befruchtung somit die Möglichkeit die Embryonen auf Gendefekte testen zu lassen.

Der Bundestag hat über die Präimplantationsdiagnostik entschieden. Sie darf nun in sehr engen Grenzen zur Anwendung kommen. (Foto: ddp images)

Der Bundestag hat über die Präimplantationsdiagnostik entschieden. Sie darf nun in sehr engen Grenzen zur Anwendung kommen. (Foto: ddp images)

Was in europäischen Nachbarländern seit Jahrzehnten erlaubt ist, ist nun auch in Deutschland eingeschränkt möglich. Die Parlamentarier stimmten am Donnerstag für die begrenzte Zulassung der so genannten PID. Die Indikationen für entsprechende Tests sind streng. Zugelassen werden sie nur, wenn auf Grund einer genetischen Veranlagung eine schwerwiegende Erbkrankheit beim Kind oder eine Tot- oder Fehlgeburt wahrscheinlich ist.

PID kann nur nach individueller Prüfung erfolgen

Der Antrag “Pro PID”, hinter dem die FDP-Fraktionsvize Ulrike Flach, Wirtschaftsstaatssekretär Peter Hintze (CDU), die SPD-Expertin Carola Reimann, Linke-Fraktionsvize Petra Sitte und der Grünen-Rechtspolitiker Jerzy Montag, standen, erhielt letztlich 326 Stimmen. Dieser besagt, dass die PID zwar im Grundsatz verboten bleiben, aber in Ausnahmefällen zulässig sein soll. Auch hier ist eine vorherige Beratung absolute Pflicht. Darüber hinaus muss eine Ethikkommission dem individuellen Anliegen zustimmen. PID darf zudem nur an Zentren mit einer entsprechenden Lizenz vorgenommen werden.

Der Zustimmung durch die Politik ging nicht nur eine kontroverse Debatte in der gesamten Bundesrepublik, sondern auch ein gerichtliches Urteil voraus. Der Bundesgerichtshofs hatte bereits im Juli 2010 einen Arzt freigesprochen, der die Methode bei Embryonen dreier Paare in den Jahren 2005 bis 2006 angewandt hatte. Die Embryonen mit einem Gendefekt ließ er in Abstimmung mit den Frauen absterben. Den Anstoß für die höchstrichterliche Klärung gab der Mediziner selbst durch seine Anzeige.

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