Facebook-Partys: Innenminister wollen Verbot

Im Internet fängt alles ganz harmlos an. Eine unbedarfte Privatperson lädt via Facebook zu einer kleinen Feier. Falsche Einstellungen machen das Vorhaben für Millionen User einsehbar - die Lage eskaliert im realen Leben. Nach dem Willen mehrerer Innenminister sollen Behörden hier künftig rigoros vorgehen.

16 Verletzte forderte eine Facebook-Party in Wuppertal. Solche Szenen sollen sich nach dem Willen einiger Innenminister künftig nicht mehr abspielen. (Foto: ddp images)

16 Verletzte forderte eine Facebook-Party in Wuppertal. Solche Szenen sollen sich nach dem Willen einiger Innenminister künftig nicht mehr abspielen. (Foto: ddp images)

“Wenn die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet wird, müssen Facebook-Partys im Vorweg verboten werden”, ist Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) überzeugt. Sei die Party bereits in vollem Gang, müssten Platzverweise ausgesprochen werden. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) bläst derzeit ins gleiche Horn: “Gibt es im Vorfeld einer angekündigten Facebook-Party konkrete Hinweise auf eine Gefahr für Teilnehmer oder unbeteiligte Dritte, ist es die Aufgabe einer kommunalen Ordnungsbehörde, die Veranstaltung zu untersagen.”

Jugend kann ihr Verhalten im Netz nicht absehen

Beispiele wie die Geburtstagsfeier der 16-jährigen Thessa, die Tausende vor das Haus der Schülerin zog, obwohl diese die Party im Vorfeld noch abgesagt hatte. Oder eine Facebook-Party in Wuppertal, die immerhin 16 Verletzte forderte, lassen die Politik aufhorchen. Geltende Gesetze müssten in solchen Fällen konsequent Anwendung finden. Darüber hinaus gelte es, Aufklärungsarbeit bei Eltern und Kindern zu leisten. Auch ein so genannter “Internet-Führerschein” steht zur Debatte. Denn oftmals wüssten die jungen Menschen gar nicht, was ihr Verhalten im Netz im wahren Leben auslösen könnte. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) warnt, solche Partys können zu einem „massiven Sicherheitsproblem“ mit „immensen Kosten“ werden.

Junge türkische Facebook-User zeigten sich in der Vergangenheit bereits vorbildlich. Schon 2008 gab es in der Türkei einen ähnlichen Party-Aufruf. Über die Gruppe „Mega Parti Facebook Türkiye“ sollte eine große Feier organisiert werden. Die Gruppe schaffte es allerdings nur auf magere 258 Mitglieder und blieb in ihren Anfängen stecken – die Türken feiern offenbar lieber unter Freunden und verhalten sich bei Events weitgehend friedlich. Jedenfalls sind auf Facebook keinerlei Hinweise auf Eskalationen von türkischen Jugendlichen bekannt.

Lesen Sie dazu außerem:

Facebook-Partys: Die Türken sind die Friedlichsten!

Kommentare

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  1. Frieder sagt:

    Facebookparty verbieten? Siehe Grundgesetz, Recht auf Versammlung, freie Meinungsäußerung. Lassen wir uns nach und nach alles wegnehmen, wofür unsere Eltern und Großeltern gekämpft haben?

  2. Kutul Ammara sagt:

    Die moralische und sittliche Verrohung der Jugendlichen ist nicht mehr zu stoppen. Da können Gesetze auch nicht mehr helfen. Die 68er Elite hat ganze arbeit geleistet, indem sie alle tugendhaften und moralischen Aspekte der Kindererziehung zugunsten Ihrer kranken Umgestaltung des “neuen” Menschen über Bord geworfen haben. Die Kinder von heutzutage werden nicht mehr von den Eltern und den Lehrern erzogen, sondern, VIVA und MTV und die ganze negative Umwelt erzieht die Kinder. Da soll man sich über Flateratesaufen und MAssenpartys mit Verletzten noch wundern?

  3. Albert Albern sagt:

    Der Staat hat nicht genung Geld. Deswegen ist ihm jede Party zu teuer…

    Was die Versamlungsfreiheit angeht – ab wie vielen Teilnehmern müsste so eine Party angemeldet und genehmigt werden?

    Die Loveparade in Duisburg lässt grüssen!